BPB-Chef fordert mehr Toleranz für andere Meinungen

Herr. Krüger wurde das Bundesamt für politische Bildung vor 70 Jahren gegründet. Was ist der Unterschied zwischen damals und heute?

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Man muss die Entstehung des Bundesamtes für Volksbildung als Folge des Zweiten Weltkriegs verstehen. Im Potsdamer Abkommen sagten die Alliierten, dass es für das deutsche Volk eine kostenlose Bildung geben solle. Das wollte Adenauer nicht den Westalliierten überlassen. So entstand 1952 das heutige Bundesamt für Sozialpädagogik, das bis 1963 – als Einrichtung in der Weimarer Republik – noch Bundesheimhilfe hieß.

Was bedeutet geisteswissenschaftliche Bildung damals?

Die Alliierten wollten die Nazis zu Demokraten machen.

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Das bringt uns jetzt. Denn viele sagen, die Demokratie sei heute stärker bedroht als seit 1949.

Sie können die beiden Ebenen nicht vergleichen. Heute leben wir in einer heterogeneren Gesellschaft mit unterschiedlichen Freiheitsverständnissen. Für viele Ostdeutsche, die die 1990er Jahre meist als Schock erlebten, war die Unabhängigkeit noch ein schwächerer Moment als für Westdeutsche, die die Unabhängigkeit als Erfolgsgeschichte erlebten. Andererseits sind mehr Menschen bereit, sich an der Politik zu beteiligen und Farbe zu bekennen als in den 1950er Jahren – das ist auch das Ziel der politischen Bildung. Das Interesse an einer Teilnahme wächst.

Gleichzeitig sagen viele Experten, dass die Mittelschicht immer weniger Angst vor dem Kontakt mit Kriminellen hat. Ist das nicht bedrohlich?

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In der Tat. Viele Studien bezeugen das durchschnittliche Leben. Der Mechanismus, durch den die Demokratie auf dem Markt existiert, wird als Rätsel angesehen. Gleichzeitig beschäftigen wir uns mit neuen Polarisierungen und schaffen ein Bündnis voller Konflikte und Konkurrenz. Bei der politischen Bildung geht es darum, gegenseitiges Verständnis aufzubauen und deutlich zu machen, dass man mit der Regierung oder einer Gruppe von Menschen, die an Verleugnung und Öffentlichkeit interessiert sind, nicht einverstanden sein kann. Das ist die Wahrheit, die die Beziehungen der Zukunft bestimmen wird, d. h. Toleranz gegenüber anderen Sichtweisen, ohne sich zu verschließen oder andere abzulehnen.

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Diese Ausnahme ist normalerweise nicht verfügbar.

Ja ja. Anscheinend nicht bereit, einen anderen Job anzunehmen. Aber es ist ein Schritt in die Freiheit, wenn sich eine marginalisierte Gruppe Gehör verschafft. Aber wir müssen Gruppen vermeiden, die sich gegenseitig ausschließen. Politisch profitieren wir davon, dass wir paritätisch vertreten sind, was zu Einfluss führt – anders als etwa in den USA oder Großbritannien vertritt die Regierung oft „schwarz“ oder „weiß“. Die drei Parteien bilden ein temporäres Bündnis, das jeweils eine andere Gruppe vertritt. In Bezug auf die Freiheitstheorie ist dies das Offensichtliche, das wir zu schätzen wissen sollten. Sie ist Teil der Freiheitshauptstadt Deutschlands.

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Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hat kürzlich davor gewarnt, die Geschichte des Nationalsozialismus zu zerstören.

Vor allem Rechtsextreme suchen dieses Ziel. Das ist richtig. Die Aufarbeitung der Verbrechen gegen die Menschlichkeit des Nationalsozialismus bleibt ein zentrales Thema der politischen Bildung. Wir müssen uns jedoch mit seiner Freiheit auseinandersetzen. In einer Einwanderungsgesellschaft wie der unseren sollten wir bereit sein, andere Erfahrungen zu akzeptieren – nicht auf Kosten einer falschen Geschichte.

Ein Gewerkschafter der NGG steht während des Streiks vor dem Werk der Pasta Riesa GmbH.

Siebenwöchiger Streik in der Nudelfabrik Riesa: Irgendetwas ist zu heiß

Der Konflikt zwischen der ostdeutschen Nudelfabrik Pasta Riesa ist hart geworden: Die Arbeiter, die oft über dem Mindestlohn verdienen, bangen um ihre Würde. Der Gewerkschaft NGG geht es um das Bruchsymbol. Und jetzt wird woanders Management geschaffen. Das Treffen fand am Dienstag erstmals statt.

Feiern allein reicht nicht?

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Recht. In der politischen Bildung werden wir in der Art und Weise, wie wir mit Gedenk- oder Bekenntnistagen arbeiten, nicht angesprochen. Es geht darum, sich selbst zu beurteilen. Nach dem sogenannten „Beutelsbacher Konsens“ der politischen Bildung sollten wir nicht so tun, als gäbe es nur eine Rechtsposition. Die stärksten Einschränkungen werden dort beschrieben und die Notwendigkeit der Debatte ist Teil unserer DNA. Auf diese Weise müssen wir jeden Tag auf jede Person achten.

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Die Bundeszentrale hat zuletzt ihr Engagement in Ostdeutschland verstärkt. Ist der Weg zum Ausgleich der Ost-West-Gegensätze zum Teil stärker als seit den 1990er Jahren?

Das stimmt. Es ist eine Entscheidung, einen dritten Ort zu eröffnen. Das ist 2021 in Gera passiert. Wir sind mit 45 Stellen gestartet, die fast alle bereits besetzt sind. Und wir kommen nicht, weil wir glauben, dass uns die Früchte der politischen Bildungsarbeit von heute auf morgen in den Schoß fallen werden. Wir sind gekommen, um zu leben. Es geht darum, zu bleiben – nah bei den Menschen und auch am Land.

Hat die Regierung sonst noch etwas geändert?

Das Government Center ist in letzter Zeit recht gut gewachsen. Im August haben wir 360 Mitarbeiter. Das ist doppelt so viel wie vor 15 Jahren. Gleichzeitig ist unser Budget gewachsen, das von 35 Millionen Euro im Jahr 2007 auf 100,5 Millionen Euro in diesem Jahr liegt. Das hat mit neuen Projekten zu tun; Deshalb wenden wir uns nun Mittel- und Osteuropa, dem Rechtsextremismus und dem Stadt-Land-Gefälle in Deutschland zu. Es zeigt aber auch das Vertrauen der Entscheidungsträger in die Zentralregierung. Diese Überzeugung wollen wir auch in den nächsten 70 Jahren leben.

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