“Das Schlimmste kommt noch”: Firmen fürchten Wirtschaftseinbruch für 2023

„Das Schlimmste ist noch nicht gekommen“
Unternehmen befürchten eine Rezession im Jahr 2023

Energiesorgen und Inflation machen sich bei deutschen Unternehmen bereits spürbar bemerkbar, doch das Schlimmste steht noch bevor. Der Umfrage zufolge erwarten mehr als die Hälfte der Unternehmen im nächsten Jahr eine Rezession, nur 8 % sind optimistisch. . Das ist der schlechteste jemals gemessene Wert.

Deutsche Unternehmen rechnen fest mit einer Rezession und bereiten sich auf eine weitere Rezession in den nächsten 12 Monaten vor. „Die Unternehmen befürchten, dass das Schlimmste noch bevorsteht“, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben und veröffentlichte eine bundesweite IHK-Konjunkturumfrage unter mehr als 24.000 Unternehmen aller Branchen und Regionen. Demnach erwarten mehr als die Hälfte (52 %) der Unternehmen eine Verschlechterung ihres Geschäfts innerhalb der nächsten 12 Monate. Nur 8 % erwarten eine Verbesserung.

„Das ist das Schlimmste, was wir seit Beginn der Erhebung im Jahr 1985 gemessen haben“, betont Wansleben. „Auch in Zeiten von Corona und Finanzmarktkrisen lag der Anteil der Optimisten bei über 10 %.“ Aus diesem Grund bestätigte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sehr niedrige Konjunkturaussichten aus dem Frühjahr. „In diesem Jahr erwarten wir ein BIP-Wachstum von 1,2 %.“

Wirtschaftlich war die erste Hälfte noch gut. Außerdem konnten viele Geschäfte in diesem Jahr erstmals ihre Geschäfte ohne Schließungsbeschränkungen wiedereröffnen. „Dieser Wachstumsimpuls wird jedoch seit Monaten von der Energiepreiskrise, der Inflation und einer eingetrübten Weltkonjunktur aufgezehrt“, sagte Wansleben.

DIHK: 3 % Rückgang des Wirtschaftswachstums

Die deutsche Wirtschaft hat ein schwieriges Jahr und einen strengen Winter hinter sich. „Nach konkreten Berichten und Einschätzungen des Unternehmens wird erwartet, dass die Wirtschaftsleistung im Jahr 2023 um etwa 3 % sinken wird.“ Der DIHK rechnet in diesem und im nächsten Jahr mit einer Inflation von rund 8 %.

Die Energiekrise belastet die Wirtschaft in fast allen Branchen. 82 % aller Unternehmen stufen Energie- und Rohstoffpreise als Geschäftsrisiko ein. Die Branche ist besonders von hohen Energiepreisen und Unsicherheiten in der Energieversorgung betroffen. „Der Effekt ist konkret zu spüren“, sagte Wansleben, „insbesondere energieintensive Zwischenprodukthersteller drosseln die Produktion.“

Lobbyisten fordern mehr Investitionen in den Standort

In der chemischen Industrie ist mehr als 1 von 4 Unternehmen gezwungen, Einsparungen vorzunehmen, und in der Gummi- und Kunststoffindustrie glaubt mehr als 1 von 5 Unternehmen, dass sie dies tun sollten. Selbst in der Automobilindustrie drosseln 16 % der Unternehmen die Produktion. Etwa 17 % der Autohersteller planen, die Produktion wegen hoher Energiepreise ins Ausland zu verlagern.

Lobbyist Wansleben appellierte an die Politik, den Wirtschaftsstandort Deutschland attraktiver und wettbewerbsfähiger zu machen. „Es muss alles getan werden, damit Unternehmen wieder Vertrauen zurückgewinnen und in die Zukunft investieren können.“ Der DIHK-Chef bekräftigte auch das wirtschaftspolitische Mantra, dass der Staat die Unternehmen in der Krise nicht mit zusätzlicher Bürokratie belasten solle.

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