Deutschland ist nicht mehr unser Top-Verbündeter

Deutschland war nach Großbritannien schon immer Amerikas wichtigster Verbündeter in Europa. Militärisch setzt Washington nun lieber auf Polen.

Schon 2003 sprach der damalige US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld vom “alten und neuen Europa”. Für das „alte“ Europa stehen Frankreich und Deutschland, die sich der US-Invasion im Irak widersetzten; Rumsfeld sieht Polen an der Spitze des “neuen” Europas, dessen Regierung sich in eine “Kooperation der Interessen” verstrickt und mit vereinten Kräften Saddam Hussein stürzt.

Der Krieg der Bush-Administration war darauf ausgelegt, Europa zu zerstören und zu spalten, ohne Erfolg. Aber mit der russischen Invasion in der Ukraine scheinen Rumsfelds Worte plötzlich wichtiger zu sein.

Polen rüstet viel auf

„Polen ist unser wichtigster Partner in Europa geworden“, sagte das Portal „Politico“ über den Chef des amerikanischen Militärs in Europa. Deutschland hingegen war nach Großbritannien immer der engste regionale Verbündete der USA und ist immer noch ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt für die US-Armee – aber „die endlosen Beziehungen über den Aufbau der Bundeswehr und ihren Mangel an Führung“ machten Deutschland nützlich . ein Freund, so der General.

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Politisch stehen sich die Regierung des Demokraten Joe Biden und des rechtskonservativen Mateusz Morawiecki nicht nahe, aber Washington und Warschau haben bei der militärischen Unterstützung der Ukraine gut zusammengearbeitet. Die Stadt Rzeszów im Südosten Polens wurde nicht nur zur Anlaufstelle für ukrainische Flüchtlinge, sondern auch zum wichtigsten Ort für US-Waffen auf dem Weg ins Kriegsgebiet. So fliegt die US-Armee die für die Ukraine sehr wichtigen Raketenwerfer vom Typ Himar auf dem Flughafen der 200.000-Einwohner-Stadt.

Polen ist nicht nur Drehscheibe, sondern auch einer der größten Waffenspender in der Ukraine. Nach Angaben des Kieler Instituts für Wirtschaftsforschung schickte Polen im Oktober Rüstungsgüter im Wert von 1,8 Milliarden Euro in die Ukraine – an dritter Stelle hinter Großbritannien und den USA und vor Deutschland an vierter Stelle. Anfang April schickte Polen 200 sowjetische T-72-Panzer in das Nachbarland. In Erwartung des russischen Angriffs hat auch Polen ein beispielloses Aufrüstungsprogramm für seine Armee gestartet, von dem auch die USA profitiert haben.

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„Die Qualität der polnischen Armee steht außer Frage“

Warschau etwa hat 250 US-Kampfpanzer vom Typ Abrams im Wert von fast fünf Milliarden Dollar bestellt, um die aufgegebenen sowjetischen Truppen zu ersetzen. Polen erhielt in Südkorea weitere 180 Kampfpanzer und 200 Panzerhaubitzen. Insgesamt will Warschau die Rüstungsausgaben von 2,4 Prozent des jährlichen BIP auf 5 Prozent erhöhen – das Ziel der NATO sind zwei Prozent eines Landes und eines Jahres für den Einsatz der Waffe. Verteidigungsminister Mariusz Błaszczak kündigte an, Polen zum „stärksten Land Europas“ zu machen.

“Kein westliches Land will sein Militär so schnell und umfassend modernisieren wie Polen”, zitiert Politico den Medienexperten Mariusz Cielma. „Wer den polnischen Rüstungsauftrag an Land zieht, wird jahrzehntelang davon profitieren, denn die Wartung und Reparatur der Ausrüstung ist immer noch damit verbunden“, sagte Cielma.

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„Die Qualität der polnischen Armee steht außer Frage“

Die neue Nähe zwischen Washington und Warschau hat aber auch kulturelle Gründe: „Die Polen haben eine bessere Einstellung zu ihren Soldaten als die Deutschen, weil sie für ihre Freiheit kämpfen müssen“, sagte der österreichische Militärexperte Gustav Gressel dem Portal. „Und unter den Soldaten steht die Qualität der polnischen Soldaten außer Frage“, so Gressel weiter.

Dass sich Polens wachsende militärische Macht noch nicht in politische Macht in Europa umgesetzt hat, sieht Gressel am Konflikt im Land, vor allem an den Sittengesetzen der PiS-Regierungsgruppe und dem Streit mit Brüssel um die Politik. Rechts. Gressel war auch das Herzstück der deutschen Rückführungsarbeit in Polen. Berlin sehe Polen als einen Staat, der nicht von einer russischen Intervention profitiere und sei sehr dankbar für seine militärischen Investitionen, sagte Gressel: “Ich habe das Gefühl, dass die Deutschen als nächstes im Bett liegen.”

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