Digitales Bezahlen: Supermarkt-Einkauf ganz ohne Kasse

Stand: 19.11.2022 16:47 Uhr

Wie sieht der Supermarkt der Zukunft aus? Es gibt immer mehr Kassen, die selbst scannen und bezahlen können. Große Ketten testen Abrechnungssysteme für Kameras und Apps.

Alles, was Sie tun müssen, ist, etwas für das Abendessen zu kaufen und dann 10 Minuten an der Kasse zu warten. Das könnte bald der Vergangenheit angehören. Am Prenzlauer Berg in Berlin wird nach ersten Tests in einem Kölner Supermarkt die bargeldlose Zukunft getestet. Immer noch ein hybrides Format: Kunden können klassisch an der Kasse warten, Waren direkt scannen oder alles über eine App erledigen.

Kirsten Breinig

Kamera und Gewichtssensor

Einfach alles in die Tasche stecken und fertig. Es funktioniert mit der neuesten Technologie. Kunden melden sich beim Betreten eines Rewe-Marktes über die App an. Die Kamera begleitet sie dann durch den Markt. Diese erfassen die aus dem Regal genommenen Artikel, das Gewicht von Obst oder Gemüse und die Anzahl der zur Rückgabe bereitstehenden Flaschen. Die Regale sind außerdem mit Gewichtssensoren ausgestattet, um auch die Produktentnahme zu erfassen. Es wird dann dem Kunden zugeordnet.

Senden Sie nach Abschluss des Kaufs eine Rechnung an Ihr Telefon und bezahlen Sie mit Kreditkarte oder Google Pay. „Pick and Go“ heißt ein System, das vor wenigen Tagen in Berlin gestartet ist. Bisherige Projekte in Köln seien deutlich kleiner gewesen, sagt Rewe-Group-Chef Christoph Eltze. “Wir haben viermal so viele Produkte. Wir geben unseren Kunden auch lose Produkte.”

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Kunden werden in den Gängen erkannt.

Etwa 500 Kameras wurden in Prenzlauer Berg installiert. Den Rest erledigt die Software. Am Eingang werden Gang und Körpergröße des Kunden gescannt und analysiert. Von diesem Moment an ist es einzigartig für die Software und kann auf dem gesamten Markt verfolgt werden. Sie wird jedoch bei Ihrem nächsten Besuch nicht wiedererkannt. Das heißt, es werden keine Daten gespeichert. Das System ist mit allen Datenschutzbehörden abgestimmt, betont Eltze und die Methoden sind rechtskonform. Keine Gesichtserkennung. „Deshalb fühlen wir uns bei unseren Kunden auch weiterhin wohl“, ist der Vorstand der Rewe Group überzeugt.

Aber er kann viele Marktkunden nicht überzeugen. Entweder mangelt es ihnen an Vertrauen in ihre Fähigkeiten oder sie fühlen sich unwohl bei der Vorstellung, jedes Mal von Kameras beobachtet zu werden. „Es entmenschlicht Supermärkte“, sagt ein Kunde.

Im Fall von Rewe ist es zunächst eine Testblase, die prüft, ob der Kunde das Angebot annimmt oder nicht. Das System hat noch Schwachstellen und blinde Flecken. Zum Beispiel würde eine Frischetheke ohne einen Kontakt und eine Quittung eines Verkäufers nicht funktionieren. Dann stellt sich die Frage, ob sie einfach ihre Taschen füllen und den Laden verlassen, ohne einzuchecken. Bisher konnte „Pick&Go“ nicht zwischen autorisierten und nicht autorisierten Personen unterscheiden. „Wir setzen einfach auf das Vertrauen unserer Kunden und zusätzliches Personal an der Rezeption“, sagt Marktleiter Philipp Schultz.

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eine neue Art zu handeln

Rewe ist bei weitem nicht der einzige Lebensmittelhändler, der etwas Neues probiert. Ganze Branchen befinden sich im Wandel. Fast 20 % des Personals werden noch an der Kasse benötigt. Aber die Zukunft geht auch mit weniger. Zwischen 2015 und 2021 hat sich der Self-Checkout in Deutschland verdreifacht.

Die Zahlen steigen auch, wenn Menschen Waren direkt mit Apps oder Handheld-Geräten scannen. Vielleicht aufgrund von Personal- und Fachkräftemangel versuchen die Händler, ihre Kunden zu binden. Kundennutzen: Sie müssen nichts mehr ans Fließband legen und Wartezeiten werden kürzer. Rewe sagte, die Kette wolle nicht am Personal sparen, sondern es besser einsetzen. , ist im Dienst. ”

Tegut-Supermärkte werden mittlerweile komplett ohne Bedien- und Kassenpersonal geführt, zumindest in einer kleinen Filiale namens TEO. Das Unternehmen startete das Projekt im Jahr 2020 und hat jetzt 22 Filialen, vier weitere sind in diesem Jahr geplant. Der Markt bietet ein begrenztes Sortiment für den täglichen Bedarf, der Zugang zum Shop erfolgt über eine App oder Girokarte. Das Unternehmen sieht es als „digitalen Tante-Emma-Laden“. So soll der Einkauf auch auf dem Land rund um die Uhr, 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche möglich sein.

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Gesprächszeit in der “Plauderkasse”

Ausgesetzte Lebensmittelhändler müssen weiter daran arbeiten, ihre Geschäfte offen zu halten. Was passiert, wenn man die Entwicklung verpasst, ist jetzt in der Innenstadt zu sehen. Supermärkte ohne Kassen seien nicht das einzige Problem, sagt Stephan Genth, Geschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland. „Es geht auch um Sortimentsplanung mit künstlicher Intelligenz, um Werbung mit digitalen Technologien.“ Die Zukunft ist laut Genth eine Kombination aus digital und analog.

Sie müssen die traditionelle Einkaufsmethode beibehalten, indem Sie einen Mitarbeiter an der Kasse kontaktieren. In Belgien und der Schweiz kehren einzelne Supermärkte zu einem sehr traditionellen Ansatz zurück. Die sogenannten “Plauderkassen” geben Ihnen Zeit, mit der Kasse zu sprechen, was die meisten Kunden in der Schlange direkt hinter Ihnen ungeduldig machen wird. Dort wollen sie sich ihrer Einsamkeit stellen.

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