Experten: Stärkere gesundheitliche Folgen der Klimakrise | Wissenschaft

Die Klimakrise bringt erhöhte Gesundheitsrisiken für die Menschen in Europa und anderen bereits stark betroffenen Regionen der Welt mit sich. Ohne weitere Maßnahmen gegen den Klimawandel werden wahrscheinlich mehr Europäer erkranken oder an Hitzewellen oder Infektionskrankheiten sterben, warnte die EU-Umweltbehörde EEA am Mittwoch in einem neuen Bericht. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hat gefordert, den Klimawandel als „echte Gesundheitskrise“ zu betrachten.

Für ihren Bericht untersuchte die EUA mit Sitz in Kopenhagen, inwieweit der Klimawandel eine Bedrohung für Gesundheit und Wohlbefinden in Europa darstellt. Sie konzentrierte sich auf die Auswirkungen hoher Temperaturen und die Ausbreitung klimabedingter Infektionskrankheiten. Daher wird erwartet, dass sich Krankheiten wie Malaria und Dengue-Fieber mit fortschreitendem Klimawandel nach Norden ausbreiten und eine größere Krankheitslast verursachen.

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Beispiellose Hitzewellen als größte Bedrohung

Hitzewellen können zu einer zunehmenden Gefahr werden, da sie infolge des Klimawandels häufiger und heftiger werden. Laut EUA waren sie bereits zwischen 1980 und 2020 für 86 bis 91 Prozent aller Todesfälle durch extreme Wetter- und Klimaereignisse in den Mitgliedsstaaten verantwortlich. Beispiellose Hitzewellen, wie sie in diesem Jahr zu beobachten waren, stellen laut EUA die größte direkte klimabedingte Gesundheitsbedrohung für die Europäer dar.

Schon jetzt führen Hitzewellen in Europa jedes Jahr zu zahlreichen Todesfällen und Erkrankungen. Die Umweltbehörde hat davor gewarnt, dass die Zahlen ohne weitere Maßnahmen gegen die Klimakrise steigen werden. Zu den Anpassungsmaßnahmen gehören die Schaffung von Grün- und Schattenplätzen in den Städten, eine bessere Gebäudegestaltung und angepasste Arbeitszeiten. Experten sagten, es sei an der Zeit, von der Planung zum Handeln überzugehen, auch mit Blick auf die derzeit in Ägypten stattfindende Weltklimakonferenz COP27.

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Anderswo auf der Welt, zum Beispiel in Afrika, Südamerika und Südostasien, müssen sich Menschen seit langem mit klimabedingten Gesundheitsgefahren auseinandersetzen. Die Mehrheit der Menschen in den Ländern des globalen Südens leide bereits unter den Folgen der Erderwärmung, sagte die internationale Ärztliche Leiterin von Ärzte ohne Grenzen, Maria Guevara, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Wenn nicht sofort reagiert wird, wird sich die Krise für alle verschärfen.

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Die Cholera-Epidemie nimmt bereits zu

Laut Guevara leidet die globale Gesundheit erheblich unter Klimaauswirkungen wie Überschwemmungen oder Insektenplagen. Sie können ein exponentielles Wachstum von Krankheiten beobachten, die durch Insekten, Wasser oder Lebensmittel übertragen werden. „Zwischen 2017 und 2021 wurden beispielsweise jährlich weniger als 20 größere Cholera-Ausbrüche gemeldet. Heuer sind es schon mindestens 29.»

Hinzu kommt die Gefahr weiterer Pandemien. Laut Guevara sei mit neuen Epidemien zu rechnen. Dies liegt daran, dass die Menschheit zunehmend in tierische Lebensräume vordringt und gleichzeitig viele Tierarten aufgrund der globalen Erwärmung nach neuen Lebensräumen suchen. Dies würde die Ausbreitung von Krankheiten auf den Menschen erleichtern.

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