Finale im US-Fußball: Das verrückteste Spiel ist das Endspiel – Sport

Die Fußballgötter müssen verrückt sein. Das ist bekannt, da ihnen regelmäßig Dinge einfallen, für die dem menschlichen Verstand die Vorstellungskraft fehlt. Zum Beispiel dieses Endspiel in der nordamerikanischen Fußball-Liga MLS: Gareth Bale, der gerade in die USA gegangen war, um sich für den ersten WM-Auftritt seines Landes Wales seit 1958 fit zu machen, erzielte in der achten Minute ein Tor in der Verlängerung Zeit. Mal mit 3:3 und schickte das Finale ins Elfmeterschießen – wo sein Klub Los Angeles FC die Philadelphia Union besiegte und den Titel gewann.

Jetzt kann man sagen: Gareth Bale, Einwechselspieler im letzten, entscheidenden Tor – da braucht man die Fußballgötter wirklich nicht zu verärgern, man kann auch sagen: klassisch Bale. Im Finale der Champions League 2018 erzielte er für Real Madrid Tore gegen Liverpool, nachdem er einen Seitenstoß und einen Schuss aus 40 Metern eröffnet hatte, und erzielte im März trotz einer Verletzung zwei entscheidende Tore gegen Österreich für Wales. Also: Der Kopf des Balls traf genau die dritte Welle des Balls – jetzt nicht ganz ein Wunder, oder?

Das ist richtig, und deshalb war Bales Tor nur der drittbemerkenswerteste Vorfall, der als das verrückteste Spiel dieser Liga in die Geschichte eingehen wird. Es ist hochklassig und natürlich – mal wieder: 3:3 kam in der 128. Minute – das spannende Finale, das sie nicht nur als Saisonabschluss, sondern auch als Einstieg in die WM sehen. Es ist wieder an der Zeit, dass die Amerikaner diesen für sie oft seltsamen Sport genießen, mit seinen Göttern, die seltsame Dinge tun.

Auch Lesen :  Fußball - Leverkusen - Leverkusen hofft auf Europa-Effekt: "Extrem wichtig" - Sport

Das US-Fernsehen strahlt derzeit einen WM-Werbespot aus, in dem der Schauspieler Jon Hamm (“Mad Men”) den Weihnachtsmann spielt, der Briefe amerikanischer Kinder öffnet – die alle nichts sehnlicher wollen als einen US-WM-Titel. 2026, bei der WM in ihrer Heimat, wollen sie zu den Favoriten gehören – warum aber nicht dieses Jahr, bei dieser seltsamen WM in Katar. „Ich glaube, wir werden gewinnen“, schreien die Fans, und nichts kann dieses Endspiel besser beschreiben als der Glaube.

LAFC ist ein Club für normale Leute

Dann sammelte sich die ganze Neugier, angefangen bei der Situation: Dieses Finale war in Los Angeles, da würden die Leute ins Stadion Downtown pilgern und dann fast drei Stunden lang singen – denn LAFC ist der Club der einfachen Leute . dort in der Galaxie mit Beckham und Ibrahimovic. Nur: Es war Abend Kolosseum, nicht mal einen Steinwurf entfernt, das USC vs. eine Tradition von 107 Jahren. Im Profi-Baseball spielten die Phillies in den Playoffs gegen die Houston Astros ums Überleben. LA und Philly, beide Städte waren bereit für einen unterhaltsamen Sporttag.

Auch Lesen :  MG5 Kombi und Suzuki Swift Sport: Die Preis-Leistungs-Kracher

Das Spiel selbst verlief zunächst wie erwartet: Der LAFC, der erfolgreichste Klub der regulären Saison, dominierte und ging durch einen abgefälschten Freistoß von Kelly Acosta in Führung. Union, auf Gegensätze gebaut, glich in der zweiten Halbzeit durch Daniel Gazdag aus. Los Angeles ging nach sieben Minuten wieder in Führung, als Jesus Morilla einen Eckstoß einköpfte. Tja, dachten alle, aber dann kam es tatsächlich zu diesem Spiel – ein bisschen wie beim WM-Halbfinale 1970 zwischen Deutschland und Italien, wo schließlich das Tor von Karl-Heinz Schnellinger das Spiel des Jahrhunderts werden sollte.

Und jetzt bitte aufstehen: Union-Verteidiger Jack Elliot, ein MLS-Schnellinger-Typ, der fast nie die Mittellinie überquert, köpft mit einem Freistoß nach vorne – und Elliot, ausgerechnet Elliot, schafft per Kopf den Ausgleich und verlängert . . Ein kleines Juwel, das sich später summierte: LAFC-Torhüter Maxime Crépau erwischte in der Overtime einen Angreifer von Union, der kanadische Verteidiger erlitt einen Beinbruch und würde die WM verpassen. Für die Aufzeichnung wurde er auch wegen des Fouls vom Platz gestellt und John McCarthy wurde an seiner Stelle geschickt.

Auch Lesen :  Mettmann-Sport fährt zum TV Angermund

Philadelphia drängte auf den Siegtreffer, und in der 124. Minute, der vierten Minute der Verlängerung, überquerte Elliot erneut die Mittellinie und setzte nach einer Glanzparade von McCarthy den Ball zum 3:2 über die Linie. Zwei Tore von Elliot vier Minuten später waren verrückter als Bales Ausgleich, aber es gab noch mehr.

Los Angeles gewann, weil Ersatztorhüter McCarthy – der in Philadelphia geboren wurde und zu Beginn seiner Karriere für die Union spielte – keinen einzigen Elfmeter zuließ. Er parierte zweimal, einer flog über sein Tor. McCarthy sagte nichts, als ihm die Auszeichnung zum Mann des Spiels überreicht wurde, sondern schüttelte nur ungläubig den Kopf, Tränen stiegen ihm in die Augen. Ansicht: Die Fußballgötter müssen verrückt sein.

Das Gesamtbild: ein Qualitätsfinale in einer reinen Fußballarena in der Innenstadt von Los Angeles; vor einem sachkundigen und neugierigen Publikum. Nein, Sie müssen den Weihnachtsmann nicht bitten, den Amerikanern diesen Sport zu erklären. Jetzt haben sie eine sehr gute Liga, die Endspiele wie am Samstag hervorbringt. Jetzt kann man wirklich glauben, und das ist vielleicht die verrückteste Botschaft dieser MLS-Saison, dass sich im Fußball in den USA etwas tun wird.

Source

Leave a Reply

Your email address will not be published.

In Verbindung stehende Artikel

Back to top button