Konjunktur- und Zinshoffnungen: DAX an Thanksgiving auf Klettertour


Marktbericht

Stand: 24.11.2022 16:20 Uhr

Der Aktienmarkt gewinnt an Fahrt. Vor allem die Aussicht auf eine Verlangsamung der US-Notenbank beflügelte die Fantasie der Anleger. MDAX schneidet viel besser ab als DAX.

Das war heute nicht zu erwarten. Trotz “Thanksgiving” in den USA (Thanksgiving – kein Handel an der Wall Street heute) ist der DAX immer noch voller neuer positiver Impulse. Mit einem heutigen Höchststand von 14.570 Punkten der höchste Stand des deutschen Leitindex seit Anfang Juni. Der Index hält dieses Niveau derzeit nicht, ist aber immer noch um etwa 0,6 % nahe der 14.500-Punkte-Marke gestiegen.

Der Index in der zweiten Reihe, MDAX mit hohem Export- und Industrieanteil, weist deutlich bessere Frachtraten auf. In diesem Index schlägt das wahre industrielle Herz Deutschlands, bestimmt durch mittelständische Unternehmen. Der Index stieg um mehr als 1,6 % und durchbrach 26.000 Punkte.

wirtschaftliche Hoffnung wecken

Wir werden nicht wissen, ob sich die heutigen Gewinne wirklich lohnen, bis US-Investoren umkehren, aber die gute Nachricht heute ist klar.

Rückenwind für die Märkte kommt einerseits von den Binnenkonjunkturdaten. Der ifo-Geschäftsklimaindex, der die Stimmung der deutschen Wirtschaft misst, ist im November überraschend gestiegen. Im November hellte sich die Stimmung im Management deutscher Unternehmen unerwartet auf. Der Ifo-Geschäftsumfeldindex stieg von revidiert 84,5 Punkten im Vormonat auf 86,3 Punkte. Volkswirte hatten nur mit 85,0 Punkten gerechnet. „Der Pessimismus für die kommenden Monate hat spürbar nachgelassen“, sagte Fuest-Vorstandsvorsitzender Clemens Fuest. Die Rezession dürfte weniger tief ausfallen als von vielen erwartet.

Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater sagte: „Die Unsicherheit über die Energieversorgung und die Produktionsbedingungen in den nächsten Monaten nimmt langsam ab und die Erwartungen des Unternehmens werden wieder zuversichtlicher.“

Allein gestern gab es positive Signale im Einkaufsmanagerindex. Auch dieser wichtige Frühindikator deutet darauf hin, dass die deutsche Wirtschaft voraussichtlich aus einer leichten Rezession herauskommen wird.

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Die Fed deutet langsamere Zinsen an.

Auf der anderen Seite sorgt die Hoffnung auf ein moderateres Tempo der US-Notenbank (Fed) im aktuellen Zinszyklus für gute Stimmung. Sowohl an den Aktien- als auch an den Rentenmärkten läuft es gut, sagte Thomas Altmann, Marktexperte beim Vermögensverwalter QC Partners. Protokoll der letzten Zinssitzung der Fed am 2. November. Es hat die hohen Erwartungen der Börsenhändler erfüllt.

Wirtschaftsaktualisierungen vom 24. November 2022

Anne-Catherine Beck, HR, 24. November 2022 um 9:47 Uhr

Auf der Sitzung erhöhte die Fed ihren Leitzins das vierte Jahr in Folge um 0,75 Prozentpunkte. Der Vorsitzende der US-Notenbank, Jerome Powell, und andere Fed-Vertreter kündigten kürzlich einen vorsichtigeren Ansatz an. Immerhin hat die Fed bereits in diesem Jahr ihren Leitzins nahe Null auf die aktuelle Spanne von 3,75-4,0 % angehoben. Auch die Inflation hat sich zuletzt etwas abgeschwächt. Marktbeobachter erwarten derzeit einen Anstieg des US-Leitzinssatzes um 0,50 Prozentpunkte im Dezember.

Investoren an der Wall Street reagierten positiv auf das gestrige Sitzungsprotokoll. Bemerkenswert ist, dass es an der Technologiebörse Nasdaq um fast 1 % gestiegen ist und sein Leitindex, der Dow Jones, bereits um etwa 20 % gestiegen ist. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie lange die Fed die Zinsen weiter anheben wird und wo der Zielbereich der Bank liegt, um sicherzustellen, dass der Markt weiterhin an Zinsen interessiert ist.

Euro, knapp über 1,04 $

Die gemeinsame Währung ist gestern bereits über 1,04 $ gestiegen und wird am Nachmittag bei 1,0423 $ gehandelt, was einem Anstieg von 0,25 % entspricht. Der Euro stieg auf seinem Höhepunkt auf 1,0448 $, konnte dieses Niveau jedoch nicht halten.

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Ausschlaggebend für die jüngste Abschwächung des Dollars waren schwache US-Konjunkturdaten und Aussagen der US-Notenbank. Beide weisen darauf hin, dass die Währungshüter die hohe Inflation weiterhin langsamer bekämpfen. Die Aussicht auf eine weniger scharfe Zinserhöhung belastet den Dollar und stärkt andere Währungen wie den Euro.

Auch die Aussichten für Zinserhöhungen in Europa sind positiv. Die EZB kündigte weitere Zinserhöhungen an, obwohl sie in ihrem Zinszyklus deutlich hinter der Fed zurückblieb. Die Zinssätze in Europa liegen derzeit bei nur 1,25 % und in den USA bei bis zu 4,00 %. Eine Unze Gold wird um 0,2 % auf 1.755 $ gehandelt.

Die Ölpreise stagnierten auf niedrigem Niveau

Die Ölpreise sind heute Nachmittag im Handel weitgehend unverändert. Ein Barrel (159 Liter) Nordseesorte Brent kostet mittags 84,68 $. Das ist ein Anstieg von 0,2 % gegenüber dem Vortag. Die Rohölpreise stehen aufgrund der angespannten Corona-Lage in China seit einiger Zeit unter Druck.

Nachfrage Immobilienaktie, DAX Nr. 1 Bonovia

Am Nachmittag dieses Tages wurde der Wert von Immobilien unter den persönlichen Werten an der deutschen Börse positiv hervorgehoben. Zum Beispiel legte Bonovia im DAX um mehr als 6 % zu, nachdem es in etwa zwei Wochen um 11 % gefallen war. In einem Umfeld steigender Zinsen war 2022 bisher kein gutes Jahr für die Branche. Bonovia hatte bis Mitte Oktober 55 % seines Wertes verloren.

Im MDAX stehen LEG Immobilien und Aroundtown an der Spitze des Index. Auch die TAG Real Estate zeigt Anzeichen einer Erholung und hat diese Woche überraschend ihre Dividende für 2022 gestrichen, was bei der Branche und den Analysten Schockwellen auslöste.

Conti-Hacker war schon viel früher in IT-Systemen.

Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental hat offenbar vor rund vier Wochen im Sommer einen Hackerangriff auf seine IT-Systeme bemerkt. Wie die Finanznachrichtenagentur dpa-AFX aus der Wirtschaft erfuhr, sollen sich Cyber-Angreifer bereits am 4. Juli Zugriff auf Daten im Netzwerk des Hannoveraner Unternehmens verschafft haben.

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Alle Volkswagen-Marken stoppen Werbung auf Twitter

Der Volkswagen Konzern hat alle bezahlten Aktivitäten auf Twitter eingestellt. Alle Marken des Volkswagen-Konzerns – VW, Audi, Seat, Cupra, Lamborghini, Bentley, Ducati und Porsche – haben die Werbeaktivitäten auf ihren Social-Media-Plattformen bis auf Weiteres eingestellt, sagte ein Sprecher des Wolfsburger Autobauers gestern. Nachdem Elon Musk die Kontrolle über Twitter übernommen hatte, stellte Audi sogar alle Aktivitäten ein, einschließlich des direkten Postens.

Uniper-Rettungen werden im Land immer teurer.

Die Rettung des abstürzenden Gasriesen Uniper wird die deutsche Nation mehr kosten als bisher angenommen. Zusätzlich zu dem bereits angekündigten Restrukturierungsplan hat der Konzern gestern bekannt gegeben, dass er genehmigtes Kapital von bis zu 25 Milliarden Euro durch die Ausgabe neuer Aktien gegen Bar- und/oder Sacheinlage generieren wird. Zusammen mit bereits angekündigten oder laufenden Maßnahmen könnte die Rettung von Deutschlands größtem Gasimporteur bis zu 51,5 Milliarden Euro kosten.

Apple-Zulieferer Foxconn entschuldigt sich.

Foxconn, Hersteller von Apple iPhones, hat sich nach gewalttätigen Zusammenstößen bei Arbeitern in seiner Fabrik in Zhengzhou, China, entschuldigt. Foxconn gab bekannt, dass Gehaltsabrechnungen aufgrund eines technischen Fehlers falsch ausgefüllt wurden. “Wir entschuldigen uns für etwaige Rechenfehler und garantieren, dass das tatsächliche Gehalt dem in der offiziellen Stellenausschreibung versprochenen entspricht.”

Erschüttert die Übernahme von Activision Blizzard durch Microsoft gerade?

Zeitungsberichten zufolge prüft die US-Kartellbehörde FTC die milliardenschwere Übernahme von Activision Blizzard durch Microsoft. Die FTC erwägt eine Kartellklage, um das 69-Milliarden-Dollar-Übernahmeangebot von Microsoft für den Call of Duty-Videospielhersteller zu blockieren, berichtet Politico.

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