Milliardenschwerer Verlagskauf durch Bertelsmann scheitert

Der Bertelsmann-Konzern will mit der Übernahme seine Position in den USA ausbauen. Der Bertelsmann-Konzern will mit der Übernahme seine Position in den USA ausbauen.

Der Bertelsmann-Konzern will mit der Übernahme seine Position in den USA ausbauen.

Quelle: Lino Mirgeler/dpa

Tatsächlich will Bertelsmann den US-Buchverlag Simon & Schuster für Milliarden kaufen. Aus kartellrechtlichen Bedenken wird nichts passieren. Nun muss auch Gütersloher eine Abfindung zahlen.

DDie milliardenschwere Übernahme des US-Buchverlages Simon & Schuster durch den deutschen Bertelsmann-Konzern ist endgültig gescheitert. Bertelsmann teilte in Gütersloh mit, dass nach Gesprächen mit den Anteilseignern von Simon & Schuster Paramount Global der ursprüngliche Plan, ein US-Gerichtsurteil anzufechten, das den Kauf aus kartellrechtlichen Gründen untersagt habe, nicht mehr weitergeführt werde. Paramount bestätigte in einer Aktienmitteilung, dass der Deal außerhalb des Zeitplans liegt.

Die Wettbewerbshüter der US-Regierung haben vor Gericht mit einer Klage gegen die rund 2,18 Milliarden US-Dollar (2,13 Milliarden Euro) teure Übernahme gewonnen. Bertelsmann plante zunächst, Berufung einzulegen. Laut US-Medienberichten unterstützt Paramount dieses Projekt jedoch nicht. Stattdessen gab das Unternehmen bekannt, dass es den Kaufvertrag gekündigt habe. Paramount bestätigte jedoch, dass Simon & Schuster nicht gut zur Gruppe passe, und deutete an, weiterhin nach einem Käufer zu suchen.

Im November 2020 gab Bertelsmann seinen ursprünglichen Plan bekannt. Eigentlich sollte die zum Portfolio gehörende Verlagsgruppe Penguin Random House den New Yorker Verlag Simon & Schuster mit Erfolgsautoren wie Stephen King für mehr als zwei Milliarden Dollar übernehmen. Bertelsmann rechnet mit einem Vollzug des Deals im Jahr 2021. Mit der Übernahme will der Konzern seine Position in den USA ausbauen. Bertelsmann war bereits alleiniger Eigentümer von Penguin Random House in New York.

Die US-Regierung hat in einer Klage argumentiert, die Übernahme würde zu einer zu großen Marktmacht führen und den Wettbewerb unangemessen schädigen. Penguin Random House ist bereits der größte Buchverlag der Welt, und mit der Übernahme eines seiner größten Konkurrenten ist sein Einfluss auf dem US-Markt zu groß. Das zuständige US-Bundesbezirksgericht in Washington stellte sich auf die Seite der Kartellbehörden und untersagte die Übernahme Ende Oktober.

Nach dem Scheitern der Übernahme sagte von Bertelsmann in Gütersloh weiter, dass Penguin Random House in den kommenden Jahren sowohl aus eigener Kraft als auch durch Zukäufe deutlich wachsen werde. Der Medien-, Dienstleistungs- und Bildungskonzern versicherte, dass das Wachstum seines eigenen globalen Buchverlagsgeschäfts gefördert werde.

Der gescheiterte Deal war ein weiterer Rückschlag für Bertelsmann. Erst im September hatte die zum Konzern gehörende RTL Group einen Plan zur Fusion zweier privater TV-Gruppen in Frankreich verworfen. Hintergrund ist eine offizielle Anforderung. Wettbewerbsinspektoren haben zuvor Bedenken geäußert.

Laut Paramount Global dürfte der gescheiterte Verkauf von Simon & Schuster dem Bertelsmann-Konzern schaden. In seiner Pflichtmitteilung an die SEC teilte der US-Medienkonzern am Montag mit, Penguin Random House habe sich bereit erklärt, 200 Millionen Dollar Entschädigung an Paramount zu zahlen, falls die Transaktion scheitert.

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