Stadtbahnverkehr eingestellt: Chaos bei Karnevalsauftakt in Köln

Veranstaltung: 11.11.2022 19:25 Uhr

Das Treffen begann am 11. November rund um die Zülpicher Straße in Köln. sehr viele. Die Polizei und der Zaun wurden überrannt. Die Sicherheitsstrategie der Stadt funktioniert offenbar nicht wie geplant.

WDR

Karnevalsbeginn am 11.11. hat in der Partymeile “Kwartier Latäng” für einen zuvor selten gesehenen Besucheransturm gesorgt. Bis Mitternacht forderte die Stadt alle Touristen auf, nicht zu den Studenten in die Stadt, sondern in andere Stadtteile zu reisen. Mehrere Züge wurden angehalten. Am Abend teilte die KVB mit, dass „aufgrund der überbordenden Feierfläche“ auf Anordnung der Polizei am Freitag keine Züge im Innenstadtbereich verkehren werden.

Immerhin teilte die Stadt Köln gegen 18 Uhr mit, dass die Züge der Deutschen Bahn nun wieder am Südbahnhof halten werden. Auch hier wird der Verkehr gestoppt.

Menschenmassen auf der Zülpicher Straße

Foto: dpa/Thomas Banneyer

Gegen 12:00 Uhr war die Anspannung offenbar so groß, dass Polizei und Zaun vorbei waren. Sonderpolizisten versuchten, die Zülpicher Straße abzusichern. Aber auch auf der Straßenseite ist es teilweise sehr voll. Viele Videos solcher Momente kursieren in den sozialen Medien.

Bürgermeister Reker: „Wenn nichts Schlimmes passiert, bin ich zufrieden“

Die Sicherheitsstrategie der Stadt Köln wurde bereits zuvor als “Propaganda-Chaos” kritisiert. Die Stadt habe die Bedenken von Eigentümern und Verbänden bei der Planung nicht berücksichtigt, sagte er. Die Stadt Köln hatte zuvor erklärt, Ziel der Sicherheitsstrategie sei es, „die Demonstranten zu schützen und die Interessen der im Bereich der Theater lebenden Menschen bestmöglich zu wahren“.

Am Nachmittag machte sich Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (Liberale) ein Bild von der Situation vor Ort. Vor dem Zaun rund um die überfüllte Zülpicher Straße hielten sich zu diesem Zeitpunkt Zehntausende feierwillige, meist junge Menschen auf. Dabei sei zu beachten, dass “viele Menschen auf engem Raum sind”, räumte Reker ein. Die Sicherheitsstrategie ist jedoch seit langem geplant.

Auf der Zülpicher Straße herrscht nicht nur das Publikum, sondern auch die gute Stimmung

Foto: WDR/Jan Korff

„Man mag es vielleicht nicht, wie hier gefeiert wird“, erklärte er, „aber so machen es die jungen Leute.“ Die Stadt müsse Rahmenbedingungen schaffen, “dass sie dies in Sicherheit und Entscheidung tun können”. In der Kölner Rede fügte Reker hinzu: „Wir brauchen niemanden, der uns erklärt, wie man das Fest feiert.“

Wenn alles so läuft „und nichts Schlimmes passiert, worüber ich mir immer Sorgen mache, bin ich zufrieden“. Man wolle „aus den heutigen Erfahrungen lernen, wie man besser werden kann“.

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Am Nachmittag befahl die Kölner Polizei der Bereitschaftspolizei, weiter in die Stadt zu gehen, „um die aktuelle Entwicklung zu sehen“. „Wegen Alkoholismus“ waren viele Demonstranten schon früh aggressiv. Bis 15 Uhr hatte die Polizei etwa 300 Fälle gemeldet. „Wer zu weit geht, läuft Gefahr, aus dem Verkehr gezogen zu werden“, so die Polizei.

Menschenmassen auf der Zülpicher Straße

Bild: WDR

Am Abend öffnete die Polizei die Zufahrt zur Zülpicher Straße wieder. Es sei auch alles, aber keine “Dringlichkeit”, informiert WDR-Reporter Jochen Hilgers. Neuankömmlinge und ihr Gepäck werden am Eingang von Sicherheitskräften kontrolliert.

Der Hinweis aus der Gastronomie entfällt

Im Rahmen des Wettbewerbs forderten die Restaurants in der Umgebung die Stadt auf, ein Transferzentrum zu schaffen, das Dienstleistungen für viele junge Menschen bieten würde. Das macht die Stadt nicht. Damit habe kein Planer gerechnet, sagt Reker. Jeder, der eine gute Idee habe, „wie man den Strom dieser Leute so steuern kann, dass es ohne Probleme geht, ist willkommen“.

Mit dabei war auch Christoph Kuckelkorn, Präsident des Festkomitees Kölner Karneval. Leute, die kürzlich vom Festival gekommen sind, seien sichtbar, sagte er, “die Leute mögen das Festival draußen”. Aber es sei auch “schade, wenn Leute bei uns in Köln feiern wollen und es keinen Platz gibt.”

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Während in anderen Jahren etwa 30.000 Menschen den Beginn des Dialogs in diesem Bereich feiern, kommen heute rund 50.000, sagte WDR-Journalist Hilgers, „das ist sichtbar“. Wenn die Polizei nicht an den Eingängen eingegriffen hätte, „hätte die Situation passieren können“. Viele gehen dann einfach die „Straße durch die Stadt“.

Die meisten Demonstranten seien friedlich auf den Straßen gewesen, hieß es am Abend von Hilgers Entscheidung. Auf der anderen Seite ist die enge Bedrohung gefährlich, die die Stadt nicht zu schützen weiß.

Menschenmassen auf der Zülpicher Straße

Bild: WDR

Menschenmengen

Foto: dpa/Thomas Banneyer

Hausbesitzer unter anderem aus dem Stadtteil Zülpicher befürchten, dass die Sicherheit der Stadt so nicht funktioniert. Die Gegend ist seit langem eine Brutstätte von Gewalt und Kriminalität, und die Polizei arbeitet regelmäßig am Wochenende. In den Zülpicher Stadtteil dürfe kein Fremder kommen, sagt Arzt Markus Vogt, der seit 47 Jahren im Kwartier Latäng lebt, „nur junge Leute, die viel Alkohol haben“.

Dies informiert auch dieses Thema WDR TV am 11.11.2022 etc. in einer Sondersendung um 14:55 Uhr und in der aktuellen Zeit um 18:45 Uhr.

Quelle: wdr.de

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