SZ-Wirtschaftsgipfel: Wie diese Manager die Welt besser machen wollen – Wirtschaft

Keine Mitarbeiter, teure Energie, Hackerangriffe: Früher war es einfacher, ein Unternehmen zu führen. mit Reportern sprechen Süddeutsche Zeitung Drei Wirtschaftsbosse berichten, wie man mit Krisen umgeht, warum digitale Technik Teil der Lösung ist und warum manchmal ein Perspektivwechsel helfen kann.

Joachim Schreiner, Salesforce

Joachim Schreiner ist zunehmend verzweifelt. Er findet nicht genug Personal für sein schnell wachsendes Unternehmen oder die vielen Dienstleister, die letztendlich Software für ihre Kunden in seinem Unternehmen installieren. Schreiner ist Deutschlandchef von Salesforce, einem der führenden Anbieter von Unternehmenssoftware, und sieht den Personalmangel in der Branche teilweise als selbstverschuldet an. Ihn stört, dass die Berufsbilder von IT-Fachkräften oft noch ein Studium voraussetzen. „Aber ihre Autos werden von Mechatronikern mit Realschulabschluss gewartet, die oft mehr IT-Kenntnisse haben als frisch von der Uni.“

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Schreiner ärgert diese Skins mit der Behauptung, sein Unternehmen verändere sich ständig und passe sich so an, dass es an soliden Prozessen und vor allem an solidem Denken fehle. „Ich trage immer noch Turnschuhe“, spielt er auf das Klischee des Startup-Gründers an. Beim Aufsetzen eines neuen Prozesses fragt er immer: „Machen wir das so wie vor 10 Jahren?“ Seine Antwort sollte klar sein.

Es gibt in der Regel keine Möglichkeit, dies den Softwareanbietern selbst so einfach wie möglich zu machen. Stattdessen sollten sich Unternehmer immer fragen. „Was ist die beste Innovation für jeden Kunden?“ Für Manager steht Innovation ohnehin im Mittelpunkt von fast allem. “Ja, es gibt Krisen. Aber die Technik hat uns immer geholfen.”

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Soll der Chef tatsächlich als fröhlicher Panda auftreten, um das Team trotz aller Krisen und Veränderungen bei Laune zu halten? Schreiner ist “einfach in einen Tanzbären zu verwandeln, und die Leute fragen, was er geraucht hat?” Er zieht es vor, Probleme aktiv zu lösen. Manche Dinge müssen nicht unbedingt als Probleme angesehen werden. So sieht Schreiner zum Beispiel europäische Datenschutzregeln, die oft als Innovationshemmnis angesehen werden, als Chance. Schließlich gibt es viele Menschen auf der Welt, wie Europäer, denen Datenschutz sehr wichtig ist. Auf diese Weise kann Regulierung ein Vorteil für globale Märkte sein.

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Markus Haas, Leiter Telefónica Deutschland

Natürlich ist die Digitalisierung ein Prozess, der nicht isoliert in einem Land oder einer Region der Welt stattfindet. Allerdings kommen die großen Plattformen wie Google, Meta, Tencent, Alibaba oder Amazon bis auf wenige Ausnahmen nicht aus Europa oder Deutschland. Aber in Amerika und China. Aber soll das so bleiben? Nein, denkt Markus Haas. Der Rechtsanwalt leitet die Geschäfte des spanischen Telekommunikationsunternehmens Telefónica in Deutschland. „Der Einstieg in die Plattform war noch nie so einfach“, sagt er. Damit meint er vor allem die technischen Aspekte, die sein Unternehmen betreut. Der Netzausbau ist in vollem Gange.

Going digital: Förderung von Europas neuer digitaler Plattform: Markus Haas, Präsident von Telefónica Deutschland.

Werbung auf einer neuen digitalen Plattform in Europa: Markus Haas, Präsident von Telefónica Deutschland.

(Foto: Friedrich Bungert/Friedrich Bungert)

Chancen sieht Haas vor allem im Metaverse. Noch ist es ein vages Versprechen einer Zukunft, in der sich reale und virtuelle Welt vermischen, sowohl im Privaten als auch in der Arbeitswelt. Unternehmen beispielsweise zu ermöglichen, Schulungen effektiver und effizienter als bisher durchzuführen, sei „das nächste große Ding“, sagt er. Wichtig ist jedoch, dass diese neue Welt der Kommunikation für die Nutzer transparent bleibt. Vor allem, wenn es um Daten geht und was man mit Daten machen kann und was nicht. Auch europäische Werte wie Hate Speech müssen gewahrt bleiben. Haas klingt hier sehr nach seinem Chefkollegen Schreiner.

Wie die meisten Unternehmen des Landes beschäftigt Telefónica die Energiekrise. So denken die Münchner beispielsweise darüber nach, nachts das Netz zu wechseln, damit die Kommunikation noch möglich ist, aber nicht alle Frequenzen arbeiten gleichermaßen mit voller Leistung. „Damit lassen sich bis zu 25 Prozent beim Stromverbrauch einsparen“, sagt Haas.

Auch das Sparen ist für viele Verbraucher ein Problem. Wo sich das aber noch nicht ausgewirkt hat, sind digitale Endgeräte wie Smartphones, zumindest bisher. Laut Haas geht der Trend zu teureren Markengeräten mit größeren Bildschirmen und längerer Akkulaufzeit. „Außerdem ist es in Sachen Nachhaltigkeit besser“, da Geräte nicht mehr alle ein bis zwei Jahre ausgetauscht werden müssen.

Albrecht Kiel, Head of Central Europe Operations von Visa

Wie viel Bargeld hat er noch in der Tasche? Ich weiß es nicht, sagt Albrecht Kiel. „Seit mehreren Jahren reise ich nur mit meinem iPhone und meinem Ausweis“, sagt der Leiter der Zentraleuropa-Operation von Visa. Visa ist vor allem für seine Kreditkarten bekannt, die auch den Firmennamen tragen. Das globale Unternehmen versteht sich in erster Linie als Technologieanbieter für die Zahlungsabwicklung. Und das Fun Fact ist, dass Visa längst mehr sogenannte Debitkarten als Kreditkarten herausgibt, bei denen das Geld direkt vom Konto abgebucht wird und Rechnungen nicht später kommen. Dennoch möchte Kiel nicht, dass Barzahlungen wegen eines gesunden Wettbewerbs ganz verschwinden.

Going digital: Die Hoffnung, dass Bargeld nicht ganz verschwindet: Albrecht Kiel, Head of Central European Operations von Visa.

Die Hoffnung, dass das Bargeld nicht ganz verschwindet: Albrecht Kiel, Leiter des Zentraleuropa-Geschäfts von Visa.

(Foto: Friedrich Bungert/Friedrich Bungert)

Inzwischen hält er den Siegeszug elektronischer Zahlungen, meist kontaktloser Zahlungen, jedoch für unausweichlich. Dies ist auch der Hauptgrund, warum es noch physische Karten gibt. In einer ansonsten komplett virtuellen Welt „sind sie das einzige greifbare Produkt“. Laut Kiel werden 30 % aller Zahlungen für Menschen unter 30 Jahren weltweit über mobile Geräte abgewickelt. Derzeit sind 4,1 Milliarden virtuelle und physische Karten im Umlauf. Wenn Visa ein Land wäre, wäre es mit einem Umsatz von 13 Billionen US-Dollar die größte Volkswirtschaft der Welt.

Und was ist für einen Technologieanbieter wie Visa am wichtigsten? Sicherheit. Zahlungen müssen geschützt werden, weshalb Milliarden von Dollar in die IT-Sicherheit investiert werden. „Unsere Standards sind kaum zu übertreffen“, sagt er. Tausende von Menschen auf der ganzen Welt sind voll und ganz für die Cybersicherheit verantwortlich.

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