Technologieforum in Albstadt: Eine gesunde Wirtschaft braucht einen gesunden Planeten – Albstadt & Umgebung

Die technische Workshop-Veranstaltung war gut besucht.  Begrüßt wurden die Besucher von Bürgermeister Klaus Konzelmann.  Foto Bild

Die technische Workshop-Veranstaltung war gut besucht. Begrüßt wurden die Besucher von Bürgermeister Klaus Konzelmann. Foto Bild

Thomas Henningsen aus Kiel, Vorstandsmitglied von Greenpeace Deutschland, hielt beim Tailfinger „Technical Forum“ einen Vortrag zum Thema „Ökonomie und Nachhaltigkeit“. Fazit des Meeresbiologen: “Eine gesunde Wirtschaft braucht einen gesunden Planeten.”

Albstadt-Tailfingen – Das große Publikum der Albstadter Technikwerkstatt wurde eigentlich von Roland Hipp, Geschäftsführer von Greenpeace und Ebinger, erwartet. Er war jedoch krank und Thomas Henningsen griff unangemeldet ein. Er wirkte souverän, ließ Fakten, Zahlen, Daten und Diagramme sprechen und manchmal auch einen Hauch norddeutschen Humors. Er sagte, er habe verpasst, was er tun musste, und es habe nicht funktioniert.



Lara Schuhwerk, Firmeninhaberin von „Beneto Foods and Farm“ und Podiumsgast des heutigen Abends, bezeichnete die Beiträge der Greenpeace-Aktivisten als „einen Horrorfilm, den man nicht verlassen kann“. Sie fragte sich, ob sie zukünftige Enkelkinder sicher erwarten könnte, wenn sie sich entschloss, ein Kind auf diese Welt zu bringen.

Insekten sind die Leidenschaft von Schuhwerk.

Gemeinsam mit ihrem Unternehmen trägt Schuhwerk dazu bei, das Klimaziel von 1,5 Grad Erwärmung zu erreichen und die Erde „den einzigen Planeten, den wir haben“ für zukünftige Generationen lebenswert zu erhalten. Und wie? Gesunde und nachhaltige Lebensmittel auf Basis von Insektenproteinen herzustellen, ist laut Technischem Werkstattleiter Daniel Spitzbarth möglich. „Sie sind meine Leidenschaft“, sagt Schuhwerk.

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„Grünes Wirtschaftswachstum ist eine Illusion“

Bei der Herstellung proteinreicher Lebensmittel setzt sie auf Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft. Dies sind zwei Elemente, die Henningsen zuvor in seinem Vortrag als wesentlich für nachhaltiges Wirtschaften in der Zukunft genannt hat. „Grünes Wirtschaftswachstum ist eine Illusion und schließlich Kapitalismus.“ Und weiter: “Aber Nichtstun heißt, den Karren gegen die Wand fahren.” Henningsen betonte, dass diese Barriere innerhalb von vier Jahren errichtet werde, wenn die Klimaziele bis dahin nicht erreicht seien. Energie, Ressourcen und Landnutzung sind verantwortlich für den Klimawandel und das Artensterben. Daher muss dieser Verbrauch deutlich reduziert und der ökologische Fußabdruck aller umweltrelevanten Bereiche deutlich kleiner werden.

Darüber hinaus ist der Übergang von fossiler Energie zu erneuerbaren Energien unabdingbar. Laut Henningsen bedeutet dies, strategische Allianzen zu knüpfen und Branchenlösungen zu finden und umzusetzen. Als Wirtschaftsmacht im Herzen Europas sollte Deutschland Vorreiter und Leuchtturm dieser Entwicklungen sein. Mitarbeiter, Kunden und Investoren sollten diesen Weg gehen und die Eigenverantwortung und das Engagement für Innovationen fördern. Die Energiewende schafft neue und attraktive Geschäftsfelder.

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Deutschland muss Vorreiter sein.

Aber werden die Menschen diese Veränderungen zu schätzen wissen? Wie Henningsen erklärte: „Wir sollten nicht Opfer und Verlust im Niedergang sehen, sondern Fülle und Gewinn.“ Es geht nicht ums Verbieten oder Verurteilen, sondern um einen Perspektivenwechsel, damit das Umordnen auch Spaß macht. “Und sie ist.” Hennings war überzeugt. Sich von geliebten Menschen zu verabschieden und festgefahrene Denkmuster zu hinterfragen ist nicht einfach, eröffnet aber überraschend neue Perspektiven. Also sollte gelten: “Alle 1,5 Grad!” Und es ist nicht nur die Wirtschaft.

kann sein!

Aber wenn du sagst “Das ist nicht okay”. Dann könnte man meinen, wie Kiels Gast ankündigte, dass jemand den Einwand ignoriert, es trotzdem macht und zeigt, dass es „funktioniert“. Dieser Jemand musste die deutsche Wirtschaft sein. Haben Dinge, die Sie für unmöglich gehalten haben, oft nicht geklappt?

„Der Mittelstand ist Teil der Lösung“

Jens Meiser, geschäftsführender Gesellschafter der Firma Nopma, die in Tailfingen technische Textilien entwickelt und herstellt, steht dieser Sichtweise grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber. Der Jungunternehmer hat in der Vergangenheit viel für einen effizienteren und ökologischeren Umgang mit Energie und Wasser in einer Branche getan, die er als „schmutzigste Industrie“ bezeichnet, weil sie mehr als 20 % aller Abwässer einleitet. Der Vertreter des Mittelstands fand starke Worte für kleine Unternehmen. Meiser mahnte zu größerem Denken und Handeln, beklagte aber, dass der “Regulierungswahn” der Politik die radikal innovative Wirtschaft hemme. Er sieht in seinem Geschäftsbereich noch viele Möglichkeiten zur ökologischen Optimierung, dies erfordert jedoch eine Investition in Höhe des Jahresumsatzes. Dies ist ihm insbesondere durch Vorgaben, Klauseln und Vorschriften ausgeschlossen.

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Starke Beteiligung der Teilnehmer

Abschließend resümierte Henningsen, dass es zwar viel Engagement unter den Teilnehmern gebe, aber insgesamt das Gefühl bestehe, dass das Thema nicht so ernst genommen werde, wie es die Fakten vermuten ließen. Landrat Günther-Martin Pauli beschrieb die Lage in der Region zunächst so, als sei alles in Ordnung. Solche “Überraschungen” lassen die Leute denken, dass es nicht so schlimm ist. Was sie falsch verstanden haben: „Wir können noch etwas ändern, aber nicht mehr. Die Zeit läuft ab und die Mauer kommt näher.“


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